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RIAT Fairford 2019

Das Royal International Air Tattoo war diesmal wieder ein normales Flugzeugfest für Fans und andere Interessierte.

Das Kunstflugteam der italienischen Luftwaffe Frecce Tricolori mit 10 Aermacchi AT-339A Jettrainern, die regelmäßig beim Air Tattoo dabei sind, holte sich die RAFCTE Trophy, die für die beste Flugvorführung eines ausländischen Teilnehmers verliehen wird.

Die drei renommiertesten Kunstflugteams Europas waren in Fairford dabei. Neben den Hausherrn, den rassigen Red Arrows, waren das die Frecce Tricolori und die Patrouille de France. Leider verpasst ich die Vorführung der Patrouille de France, ich war am Samstag ein wenig zu spät auf dem Gelände. Den Flypast der Red Arrows zusammen mit der Patrouille de France um dem Erstflug der Concorde vor 50 Jahren zu gedenken, verpasst ich zum Glück nicht. Es kommt schliesslich nur selten vor, mehrere Kunstflugteams gleichtzeitig in der Luft zu erleben.

Ein grosses Jubiläum war nicht angesagt. Natürlich wurde das 70-jährige Bestehen der NATO zelebriert, aber die Special Guests wurden nicht durch dieses Jubiläum angezogen. Es waren die "Kalten Krieger", also Militärjets der dritten Generation, die die volle Aufmerksamkeit der Besucher bekamen. Allen voran die MiG-21 LanceR aus Rumänien verursachte wohl bei manchem Zuschauer Hühnerhaut. Jedes Mal wenn der Pilot den Nachbrenner aktivierte, gab es einen ordentlichen "Wumms" und auch eine gehörige Stichflamme aus der Schubdüse.

In den 90er Jahren beauftragte Rumänien die israelische Firma Elbit mit der Modernisierung von 110 MiG-21 auf Lancer-Standard, was ihnen neue Avionik, ein moderneres Radar und die Möglichkeit gibt, präzisionsgeführte Munition einzusetzen. Die Lancer wurden als risikoärmer, einfacher und billiger in der Wartung angesehen als die MiG-29.

Ähnlich war es bei den beiden McDonnell Douglas EAV-8B Harrier II aus Spanien. Diese Flugzeuge wurden vor allem durch die britischen Zuschauer mit viel Wehmut betrachtet. Dieses Flugzeug symbolisiert auf seine eigene Art die englische Ingenieurskunst der 1960er Jahre. Die RIAT Chief Executive Trophy, überreicht vom scheidenden Air Tattoo CEO Andy Armstrong, ging an das Duo EAV-8B Harrier II+ der spanischen Marine. Herr Armstrong verwies insbesondere auf die Initiative des Kommandeurs der Staffel nach einem Bremsfeuer, das eines der beiden Flugzeuge bei der Ankunft erlitt. Trotz diesem Schaden konnte das Team die geplanten Displays am Wochenende fliegen.

Auch der Auftritt der Red Arrows liess das Publikum in UK nicht kalt. Noch mehr als sonst wurden die schnittigen roten Jets der Red Arrows bejubelt, war es doch der letzte Auftritt der Kunstflugstaffel in diesem Jahr in Grossbritannien. Die "Reds" verabschiedeten sich in Fairford auf ihre Nordamerikatour. Die Red Arrows gewannen das Steedman Display Sword für die beste Darbietung eines britischen Teilnehmers. Besonders schön war der Flypast der Reds mit der Boeing 747-436 der British Airways in der Retrobemalung der früheren BOAC.

Obwohl sich die deutsche Luftwaffe kaum bei Flugvorführungen im Ausland zeigt, gewann sie dieses Jahr einen der begehrten Preise des RIAT. Der Eurofighter mit dem Anstrich des "Roten Baron", Manfred Freiherr von Richthofen, gefiel der Jury am besten und bekam die Auszeichnung für den schönsten Sonderanstrich.

Die Paul Bowen Trophy für die beste Solojet-Demonstration - benannt zu Ehren des verstorbenen Paul Bowen, Mitbegründer des Air Tattoo - ging an Lt Col Yurii Bulavka, Pilot der Sukhoi Su-27P1M von der 831st Guards Tactical Aviation Brigade der Ukrainischen Luftwaffe.

Das US-Amerikanische Viper Demo Team zeigte am Samstag ein sehr dynamisches Display mit viel Nachbrenner und Geschwindigkeit. Am Sonntag musste das Display allerdings abgebrochen werden, der Pilot verpürte starke Vibrationen. Wie sich herausstellte führte die starke Belastung zu einer Delamination des Verbundwerkstoffes des rechten Elevators (Höhenruders). Glücklicherweise konnte der Pilot den Jet sicher landen.

Einer der regelmässigsten Teilnehmer der letzten Air Tattoos, der schwedische Luftwaffen-Pilot Maj Peter Fallén vom F7-Geschwader der schwedischen Luftwaffe, erhielt das King Hussein Memorial Sword für die beste Flugvorführung.

Der Battle of Britain Memorial Flight (BBMF) operiert von der RAF Basis Coningsby aus. Die erste Formation wurde 1957 gebildet, seit 1969 existiert der Verband unter dem Namen Battle of Britain Memorial Flight. Der Auftrag des BBMF ist es, die unschätzbaren Artefakte des nationalen Erbes von Grossbritannien in flugfähigem Zustand zu erhalten, um denjenigen zu gedenken, die im Dienst fürs Heimatland gefallen sind, sowie die moderne Luftwaffe zu fördern und die zukünftigen Generationen zu inspirieren. Der Flug wird von Angehörigen der Royal Air Force durchgeführt. Betrieben werden sechs Spitfires, zwei Hurricanes, eine Avro Lancaster sowie eine C47 Dakota und zwei Chipmunk-Flugzeuge welche hauptsächlich für die Ausbildung eingesetzt werden.

The Blades sind ein spezielles Kunstflugteam, welches 2006 gegründet wurde. Ausgerüstet mit der doppelsitzigen Extra EA-300 können die Piloten Passagiere auf dem Verbandsflug mitnehmen. Sicher ein einmaliges Erlebnis...!. Die Mitglieder des Teams sind durchweg ehemalige Piloten der Royal Air Force. Am Sonntag zeigten sich die Blades noch im Formationsflug mit dem Airbus A400M aus Sevilla.

NATO 70th Anniversary Flypast

Für mich war die französische Boeing KC-135R Stratotanker aus Istres von der Groupe de ravitaillement en vol 2/91 eine echte Premiere. Die Maschine flog im Flypast zum 70-Jahre-Jubiläum der NATO.

3 x Eurofighter Typhoon der Royal Air Force

4 x F-16 AM und BM der Länder Norwegen, Niederlande, Belgien und Dänemark.

Eurofighter der deutschen Luftwaffe. Es fehlen der Tornado und die A400M!

3 x F-15 E Strike Eagle der US Air Force, RAF Lakenheath

Eine sehr kurzes Display gab es von der englischen Lockheed Martin F-35B zu sehen. Trotzdem sehr beeindruckend!

Immer wieder faszinierend ist die Vorführung der Bell Boeing CV-22B Osprey. Das Tiltrotorprinzip bringt ohne Zweifel grosse Vorteile. Landen wie ein Helikopter und so schnell fliegen wie ein Flächenflieger mit Turbopropantrieb. Allerdings werden zukünftige Tiltrotormaschinen wohl Änderungen im Design erfahren. So werden zukünftig wohl nur noch die Propeller bewegt, der Motor wird starr verbaut werden. Damit reduzieren sich die bewegten Massen und die Fluglagekontrolle wird vereinfacht. Die Displaymaschine kam aus RAF Mildenhall vom 352nd Special Operations Wing der USAF.

Im Juni 2019 machte die F-16AM der Royal Danish Air Force eine Rundreise durch Dänemark, um das Jubiläum 800 Jahre Dannebrog zu Ehren der dänischen Nationalflagge zu feiern. Aus diesem Anlass ist die F-16AM Fighting Falcon (Serie E-191) komplett mit der dänischen Flagge verziert worden. Dänemark ist das älteste Königreich Europas und seine Flagge - die älteste europäische Flagge - wurde 1625 offiziell eingeführt. Die rote Flagge mit einem weißen Kreuz ist bekannt als Dannebrog, oder Dänisches Tuch

McDonnell Douglas KC-10A Extender (79-1950) stationiert auf der Air Force Base Travis im Bundesstaat Kalifornien. Die Maschine gehört zum 60. Air Mobility Wing, Air Mobility Command (AMC). Die maximale Treibstoffladung der KC-10A liegt bei 161 Tonnen. Damit ist die umgebaute DC-10 der grösste Tanker der NATO-Staaten.

Die Hawker Hunter Mk. 58 wird durch Hawker Hunter Aviation Ltd. betrieben. Die Maschine trägt die militärische Registrierung ZZ191 und wird als Zieldarsteller für die Royal Air Force eingesetzt. Erster Besitzer der Maschine war die Schweizer Luftwaffe. In der Schweiz flog die Maschine mit der Registrierung J-4058 von 1959 bis 1994 und leistete total 2629 Flugstunden.

Der Airbus A400M Atlas flog ein sehr dynamisches Display mit abenteurlichen Anstellwinkeln. Am Steuerknüppel sass unter anderem auch der Schweizer Pilot Geri Krähenbühl.