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Titan Missile Museum

Die Gegend um Tucson ist ein richtig schönes Paradies. Nicht nur die stimmungsvolle Wüstenlandschaft um den Ort gibt was her. Aviatische Sehenswürdigkeiten gibt es dort etliche und eines davon ist das südlich von Tucson gelegene Titan Missile Museum.

Nun, das Titan Missile Museum hat als ehemalige ICBM Basis zwar nur entfernt was mit der Fliegerei zu tun, aber als solche war sie Bestandteil der US Air Force.

Das Museum kann nur geführt besucht werden. Man wird in den Untergrund, durch tonnenschwere Stahlpanzertüren, entlang durch lange mittels Schockabsorber befestigte Gänge in die Unterkünfte und das Kontrollzentrum geführt. Die Umgebung bringt einen in die Zeit, als der kalte Krieg Realität war. Die Sicherheitsprozeduren und Verfahren sowie die Funktion der Kommandostelle werden kompetent erklärt. Nichts wurde dem Zufall überlassen, denn schliesslich stand unweit im Silo eine Titan II ICBM (InterContinental Ballistic Missile), ausgerüstet mit einem Nuklearsprengkopf mit einer Sprengkraft von 9 MT.

Die Besatzung wusste zu keinem Zeitpunkt auf welchen realen Ort die Rakete gerade zielte. Die Ziele waren nummeriert, von eins bis drei. Von der Kommandostelle aus konnte die Titan II auf eines von den drei Zielen programmiert werden. Das war aber nur möglich auf Anweisung von einer höher geordneten Kommandostelle von ausserhalb. Auch der Abschuss war auf die gleiche oder ähnliche Weise abgesichert. Überdies war es unmöglich, dass eine Person alleine einen Abschuss hätte auslösen können. Zur Bedienung waren immer zwei erforderlich.

Auch der Zugang zu der unterirdischen Anlage war zum einen durch ausgeklügelte Sicherheitsprozeduren, meterdicke Stahlbetonmauern und Panzertüren abgesichert. Abhöranlagen hätte die Crew sofort alarmiert, wenn jemand versucht hätte, gewaltsam einzudringen. In der Umgebung stationierte Armeeeinheiten wären dann schnellstens vor Ort gewesen.

Die Titan II steht übrigens immer noch im Silo, natürlich ohne echten Sprengkopf und man kann sie besichtigen.