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Axalp 2015

Blut, Schweiss und Tränen - dieser Spruch von Winston Churchill ging mir durch den Kopf, als ich am Montag zum ersten Mal zur Ebenfluh hochstieg.

Für einen untrainierten "Flachlandindianer" wie mich ist der erste Gang zum Schiessplatz auf gut 2200 Meter immer wieder eine Herausforderung. Es lohnte sich für mich, dass ich den Anlass bereits so früh besuchte, denn es sollte der einzige Tag der Vorführwoche bleiben, an dem sowohl am Vormittag wie auch am Nachmittag geflogen wurde.

Ansonsten machte das Wetter der Schweizer Luftwaffe wieder einen dicken Strich durch die Rechnung. Für mich war es auch eine Lehre aus vergangenen Jahren, für das Fliegerschiessen auf der Axalp mindestens eine Woche Ferien zu nehmen. Man hat so genügend Zeit, auf das richtige Wetter zu warten.

Im transsonischen Flug kann sich über und unter dem Flugzeug ein Verdichtungsstoss bilden, der auf dem obenstehenden Bild deutlich sichtbar ist. Solche Effekte treten bereits ab Geschwindigkeiten von Mach 0,8 auf!

Ich habe bei meinem Aufenthalt im Berner Oberland auch gelernt, dass es manchmal besser ist, die Einheimischen bezüglich des Wetters zu fragen. Diese wissen meist besser Bescheid über die lokale Wetterentwicklung als die Wetterdienste im Internet.

Eigentlich wollte ich am Montagnachmittag gar nicht hoch, erst als mir Einheimische dazu rieten und mehrmals das Wort "Föhn" fiel, packte ich die Gelegenheit beim Schopf und war gegen 13:30 Uhr auf dem Tschingel. Der Föhn ist ein warmer, trockener Fallwind, der häufig auf der der Windrichtung abgewendeten Leeseite von grösseren Gebirgen auftritt. Er hat unter anderem zu Folge, dass Wetterwechsel später eintreten als prognostiziert. Genau dass war an diesem Montag der Fall!

Eigentlich erwartet ich nur ein paar Jets, die Schiessübungen durchführen. Zu meiner grossen Freude war es nach dem Kanonenschiessen mit Hornet und Tiger noch nicht vorbei und auch die Patrouille Suisse flog ihr Training.

Danach folgte das Hornet-Solo-Display und zum Schluss das mehrfache Training der Pilatus PC-21. Ein Training, dass ich so von der PC-21 noch nie gesehen hatte. Mit rasanten Anflügen und sehr nahen Passagen auch am Tschingel im Rückenflug.

Nachdem sich um ca. 15:30 Uhr eine geschlossene Wolkendecke gebildet hatte und ich langsam den Abstieg unter die Füsse nahm, waren schon bald wieder Tiger-Jets im Anflug und führten das Schiesstraining weiter. Auch Hornets schossen danach noch auf die Ziele auf der Ebenfluh, bis ca. 16:30 Uhr.

Und ja, ich versuchte wie viele andere den Aufstieg auch am Donnerstag, dem zweiten offiziellen Vorführtag. Nachdem ich ca. 4 Stunden in den Nebel gestarrt hatte, nahm ich um ca. 12:45 Uhr den Abstieg in Angriff und konnte miterleben, wie um 13:50 Uhr zwei Hornets über die Ebenfluh flogen, um die aktuelle Wettersituation zu rekognoszieren.

Leider konnten die Piloten die Ziele auf der Ebenfluh nicht sehen und so wurde der Anlass definitiv abgesagt. Nach 2011 und 2013 ist dies nun schon das dritte Jahr seit 2010, dass das Fliegerschiessen an den offiziellen Vorführtagen gar nicht stattfand. Ich nahm es am Donnerstag aber mit einem Lächeln hin und dachte an die Fotos, die ich bereits am Montag aufnehmen konnte.