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Zigermeet 2016

Die sechste Ausgabe des Zigermeets in Mollis (GL), wie der Anlass seit 2009 genannt wird, wurde geprägt durch zwei Jetdisplays, die man in den letzten Jahren in der Schweiz schon mehrfach gesehen hatte.

Das Wetter war am Freitag sehr schlecht, mit Regenfällen den ganzen Tag, wobei es am Nachmittag auch Pausen gab. Der Samstag war dann auf der sonnigen Seite, und es konnten alle Programmpunkte gezeigt werden.

Start der Saab JAS-39C Gripen

Schon seit Jahren versucht die Schweizer Luftwaffe, die veralteten Northrop F-5 Tiger Kampfflugzeuge durch einen Kampfjet der vierten Generation zu ersetzen. Drei Hersteller, nämlich EADS, Dassault und Saab waren bei der Evaluation des Tiger-Teilersatzes bis zum Schluss im Rennen. Wie das ganze schlussendlich ausging, wissen wir alle. Der Saab Gripen wurde gewählt, wurde aber an der Urne vom Schweizervolk abgelehnt.

Eurofighter Typhoon am Freitagnachmittag

Trotz dieses unbefriedigenden Ergebnisses waren sowohl EADS wie auch Saab bereit, ihre beiden Jets ins Glarnerland zu schicken. Im engen Tal wurde das Donnern der Triebwerke noch einmal deutlich verstärkt, was das Erlebnis natürlich noch eindrücklicher machte. Der Eurofighter, geflogen durch Geri Krähenbühl, ein Schweizer Pilot in Diensten von EADS, bewies einmal mehr die schiere Kraft, mit der die Maschine durch ihre beiden Triebwerke richtiggehend in den Himmel katapultiert wird. Der Saab Gripen in der Version JAS-39C zeigte ein sehr dynamisches Programm, wobei der Pilot, Stefan Kaarle, aufzeigen konnte, dass auch mit deutlich weniger Leistung ein eindrucksvolles Display geflogen werden kann. Natürlich hofften die Fans, das Saab mit der leistungsfähigeren JAS-39F ins Glarnerland kommen würde. Eine Maschine dieses Typs wurde im Jahre 2012 auf der Axalp vorgeflogen!

Der Papyrus-Hunter mit schönen Ablösungen am Freitag!

Die beiden Eurofighter kamen aus Bayern, genauer gesagt aus Neuburg an der Donau, vom Taktischen Luftwaffengeschwader 74. Die drei Saab Gripen kamen aus Kallinge in Südschweden, wobei der Stützpunkt nach der nahegelegenen Stadt Ronneby benannt wird. Die Saab Gripen gehören zur 171 Squadron des F17 Wing. Auf Deutsch also zur 171 Staffel des F17 Geschwaders.

Royal Jordanian Falcons

Beim Formationskunstflug stachen zwei Teams besonders ins Auge. Die Royal Jordanian Falcons auf Extra 300L, die man ab und an auch am Royal International Air Tattoo in Fairford sehen kann sowie das Red Bull Aerobatic Team aus Tschechien. Der Formationskunstflug der tschechischen Staffel weckte in mir Erinnerungen an Vorführungen, die ich den 1990er Jahren bereits in Dittingen (BL) gesehen hatte. Und siehe da, ich hatte mich nicht getäuscht, die Piloten des Red Bull Aerobatic Teams flogen früher auf Zlin und nannten ihre Kunstflugformation Sky Box! Genau diese Kunstflugformation Sky Box versetzte damals die Zuschauer im Baselbiet in Verzückung mit ihren sehr eng geflogenen Formationen.

Die Warbirds von Red Bull

Sehr schön war auch der Formationsflug der beiden Warbirds P-38 Lightning und F-4U Corsair aus dem Stall von Red Bull. Die P-38 wurde geflogen von Raimund Riedmann, am Steuerknüppel der F-4U sass Eric Goujon.

Nostalgische Gefühle mit dem Vampire Doppelsitzer

Die Vorführteams der Schweizer Luftwaffe waren auch sichere Werte, so zeigte die Patrouille Suisse mit fünf Maschinen ein sehr attraktives Programm, dass trotz der Topografie viel Abwechslung beinhaltete.

Das älteste noch fliegende Exemplar eines Flugzeugs der Schweizer Luftwaffe - Dewoitine D-26

Lustig war die Reaktion eines Zuschauers, der beim High-Speed-Pass des Solisten meinte, dies sei nun definitiv Überschall. Er konnte nur durch sehr intensives Zureden davon überzeugt werden, dass die Schallmauer nicht durchbrochen wurde!