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Axalp 2018

Das Fliegerschiessen auf der Ebenfluh im Berner Oberland konnte wieder bei bestem Wetter durchgeführt werden. Ich war am Dienstag, 9. Oktober 2018 auf dem Tschingel und konnte die Fliegerdemonstration während des offiziellen Trainings geniessen.

 

Während dem Training hat man als Fotograf mehr Bewegungsfreiheit, denn es hat noch nicht so viele Zuschauer auf den offiziellen Plätzen. Geschätzt waren es wohl zwischen 2000 und 3000 Zuschauer, die sich auf der Brau, dem Tschingel und dem KP tummelten.

Ein weiterer Vorteil ist das freie Training am Vormittag. Während an den offiziellen Vorführtagen am Vormittag nicht viel Zeit (1.5 Std.) bleibt für Trainings, weil all die geladenen Gäste mit den Super Pumas transportiert werden müssen, ist dass beim Training nicht der Fall.

Am Dienstag wurde von 9 Uhr mit Unterbrüchen fast bis 12 Uhr geflogen und geschossen. Als Fotograf hat man so schon sehr viel "im Kasten", wie man so schön sagt und kann den Nachmittag dann sehr gelassen angehen.

Während ich auf nationalen und internationalen Airshows zur Kenntnis nehmen musste, dass die Displayachsen sich immer mehr von den Zuschauern entfernen, ist das auf der Ebenfluh anders.

Man nimmt hier die Flugzeuge mit Haut und Haaren wahr, das Donnern der Triebwerke geht durch Mark und Bein.

Dazu die tiefen Vorbeiflüge, die hohen Geschwindigkeiten auf den Schiessvolten, das Fliegen mit viel Leistung und oft mit Nachbrenner hinterlässt wohl bei allen Zuschauern Spuren! Es ist ein Erlebnis, dass viele Zuschauer aus nah und fern jedes Jahr auf den Berg lockt.

Abschied der F-5 Tiger vom Fliegerschiessen

Es gab aber auch einen Wermutstropfen, den man als Aviatikbegeisterter nur schwer schlucken konnte. Die Northrop F-5 Tiger wurden das letzte Mal auf der Ebenfluh vorgeflogen. Die Maschinen der Fliegerstaffel 6 aus Payerne zeigten dabei das "Kleeblatt".


Das "Kleeblatt" ist ein auf spezielle Art geflogener Schiessparcour. Dabei fliegt eine Doppelpatrouille F-5 (also 4 Tiger) gemeinsam den Schiessplatz im Tiefstflug an, trennt sich anschliessend in zwei Patrouillen auf und greift dann fast zeitgleich die verschiedenen Ziele auf dem Schiessplatz aus verschiedenen Richtungen an.

Dabei ist das Timing von grösster Bedeutung, da sich die Flugwege mehrere Male kreuzen. Dieses "Kleeblatt" wurde früher durch die Mirage Aufklärer (AMIR) geflogen und war seither nicht mehr im Programm der Axalp-Vorführungen!

Die Verabschiedung der F-5 Tiger erfolgte dann stilgerecht mit einem Überflug einer Formation von 12 Maschinen. Mit dabei waren 6 Maschinen der Fliegerstaffel 6 und die 6 Tiger der Patrouille Suisse.

Von den insgesamt 53 F-5 Tiger der Schweizer Luftwaffe werden 27 F-5 Tiger demnächst ausser Dienst gestellt. Damit bleiben noch 26 Maschinen übrig, die für Nebenaufgaben eingesetzt werden.

Fotografieren auf der Ebenfluh!
Ich war mit dem 500 mm f/4 auf der Ebenfluh, wie auch schon letztes Jahr. Sicher ist das Objektiv sehr gut und schnell, aber bei den schnellen Vorbeiflügen der Maschinen ist man zum Teil schon zu nah dran und verliert die Maschinen aus dem Sichtfeld.

Nächstes Jahr wird darum mal wieder das 300 mm f/2.8 zum Einsatz kommen. Vor allem Neulinge, die noch nie auf der Axalp waren, staunen über die dort oben vorherreschende Lichtsituatiion. Starkes Gegenlicht, dazu der Wechsel von Licht und Schatten, verursacht durch die hohen Bergflanken. Es empfiehlt sich darum, seine Fotos im Rohdatenformat (RAW) aufzunehmen, sind Über- und Unterbelichtungen doch an der Tagesordnung.