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Wer wir sind

  • Werner Friedli, CH-4552 Derendingen, Schweiz, werner.friedli(at)gawnet.ch

    So richtig angesteckt mit dem Luftfahrtbazillus habe ich mich Ende der siebziger Anfang der achtziger Jahre beim Besuch von Airshows in der Schweiz. Die erste grosse Veranstaltung erlebte ich 1980 auf der US-Luftwaffenbasis Ramstein in der Nähe von Kaiserslautern. Seitdem besuche ich mehr oder weniger regelmässig Veranstaltungen im In- und Ausland. Als regelmässiger Besucher der Airshow in Ramstein habe ich auch die letzte Vorführung im Jahre 1988 miterlebt und weiss darum die strengen Sicherheitsmassnahmen, die heute in der Regel bei Airshows gelten, zu würdigen.

    Begonnen zu fotografieren habe ich 1982 mit einer Spiegelreflexkamera von Minolta. 2004 wechselte ich auf meine erste digitale Spiegelreflexkamera der Marke Nikon und arbeite seit dieser Zeit mit den verschiedensten Kameras der gelben Marke. Aktuell arbeite ich mit einer Vollformatkamera vom Typ D800E und einer APS-C Kamera vom Typ D500. Bei den Objektiven vertraue ich mehrheitlich auf Nikon, probiere aber auch immer wieder neues Material aus. Im Einsatz sind: Nikkor AF-S 500mm f/4 VRII, Nikkor AF-S 300mm f/2.8 VRII, Nikkor AF-S 80-400mm f/4.5-5.6 VR sowie Tamron SP 150-600mm F/5-6.3 Di VC USD. Dazu setze ich nach Bedarf auch die aktuellen Telekonverter der gelben Marke ein. Bei der Bildaufbereitung und Verwaltung vertraue ich auf Adobe Lightroom, bei komplexeren Korrekturen auf Adobe Photoshop.


    Aviatikfotografie

    Der Bereich der Aviatikfotografie kann der Actionfotografie zugerechnet werden, da in relativ kurzer Zeit und ohne Chance auf Wiederholung ein Bild eines sich schnell bewegenden Objekts gelingen muss. Aus diesem Grund ist die Anschaffung einer digitalen Spiegelreflexkamera mit entsprechenden Objektiven empfehlenswert, da zur Zeit nur diese Kameras genug schnell und auch noch handlich sind. Auch Kameras ohne Spiegel, also ohne optischen Sucher, haben sich in der Zwischenzeit in diesem Markt etabliert und können vor allem mit kompakteren Massen auftrumpfen.

    Die sogenannten Bridge-Kameras - Kompaktkameras mit grosser Brennweite- eigneten sich wegen des präzisen aber doch eher langsamen Kontrast-Autofokus und der langen Auslösezeiten lange nicht für diese Art der Fotografie. Allerdings hat sich hier in den letzten Jahren einiges getan und auch ich verwende ab und zu solche Bridgekameras zum Fotografieren von Flugvorführungen. Seitdem immer grössere Sensoren auch in diesen Kameras einzug halten und sich die Geschwindigkeit des Autofokus' immer mehr den Spiegelreflexkameras annähert oder diese sogar überflügelt, bieten diese Kameras eine echte Alternative was Gewicht und Kosten anbelangt. Bezüglich der Bildqualität muss man natürlich Abstriche machen, aber die Differenz zu den teuren Systemkameras hat doch deutlich abgenommen.

    Wahl der Objektive
    Für die Aviatikfotografie ist ein Teleobjektiv mit 200 mm bis 400 mm Brennweite eine gute Wahl. Neben der Brennweite spielt natürlich auch die Güte und Lichtstärke des Teleobjektivs eine wichtige Rolle. Um wirklich befriedigende Ergebnisse zu erzielen, empfiehlt es sich, ein wenig tiefer in die Tasche zu greifen. Einige Objektive, die ich aktuell benutze oder früher einmal besass, möchte ich aufgrund meiner ganz subjektiven Einschätzung hier vorstellen. Weil ich mit Nikon-Kameras arbeite, handelt es sich um Objektive der Firma Nikon (Nikkore) sowie Objektive von Fremdherstellern mit Nikon-Bajonett (F-Mount).

    Nikkor AF-S VR 70-200mm f/2.8G IF-ED
    Am DX-Format ist das Objektiv bis in die Randbereiche sehr gut, am FX-Format hilft hier Abblenden um ein bis zwei Blenden. Der Bildstabilisator arbeitet zuverlässig, die Fokussierung und auch die Brennweitenverstellung (Zoomen) erfolgen innerhalb des Objektivs. Das Objektiv ist wertig aufgebaut und auch nach Jahren noch ohne grosse Gebrauchsspuren. Tauglich ist das 70-200mm für die Konverter TC-14E II und TC-17E II. Mit beiden Konvertern ergeben sich zufriedenstellende Ergebnisse. Der TC-20 E II sollte, obwohl der Autofokus auch mit diesem Konverter arbeitet, nicht verwendet werden, weil die Bilder zu stark darunter leiden.

    Aufgrund der Brennweite eignet sich das Objektiv ohne Konverter zum Fotografieren von Kunstflugstaffeln und sonstigen Formationen von mehreren Flugzeugen. Für schöne Freisteller im Static Display mit offener Blende eignet sich das Objektiv hervorragend. Durch den Einsatz des Telekonverters TC-17E II können auch Solodisplays mit befriedigenden Resultaten fotografiert werden. Allerdings nimmt die Abbildungsleistung in dieser Kombination doch deutlich ab.

    Nikkor AF-S VR 200mm f/2G ED-IF
    Schon bei Offenblende ist das Objektiv sowohl im DX- wie im FX-Format überragend. Abblenden bringt natürlich noch eine Verbesserung im Kontrastverhalten. Die Schärfe ist optimal. Die schärfste Linse von Nikon, die ich im Telebereich je hatte. Das Objektiv ist sehr wertig verarbeitet. Der Autofokus ist sehr schnell. Zudem kann der Autofokus auf eine vorgewählte Distanz voreingestellt werden und an den Tasten im vorderen Bereich des Objektivs kann diese Voreinstellung abgerufen werden. Durch den eingebauten Bildstabilisator kann das Objektiv auch gut freihändig eingesetzt werden. Tauglich ist das Objektiv in Kombination mit den Telekonvertern TC-14E II, TC-17E II und TC-20E II u. III. Es sollte allerdings berücksichtigt werden, dass durch den Einsatz eines Telekonverters nicht nur die Brennweite verlängert, sondern auch die Lichtstärke gleichzeitig reduziert wird. Diese beiden Effekte haben einen direkten Einfluss auf die Schärfe und Brillanz der Bilder, muss doch beim Einsatz eines Telekonverters meist die Empflindlichkeit des Sensors (ISO) nach oben geschraubt werden. Allerdings muss erwähnt werden, dass auch bei Einsatz des 2-fach Konverters noch eine Blende von 4 resultiert, also auch dann ist das Objektiv noch als lichtstark zu bezeichnen.

    Solodisplays können vor allem mit DX-Kameras leidlich fotografiert werden. Bei kleinen Flugzeugen, zum Beispiel beim Motorkunstflug, ist die Brennweite allerdings viel zu kurz. Durch den Einsatz der kompletten Palette der vorhandenen Telekonverter können verschiedene Brennweiten erzielt werden. So wird mit dem 2-fach Konverter eine rechnerische Brennweite von 600mm bei Blende 4 erreicht. (DX-Format: 200mm x 2 x 1.5= 600mm). Eigentlich musste ich das 200mm immer mit Telekonvertern einsetzen, um zu befriedigenden Ergebnissen in der Aviatikfotografie zu gelangen. Durch den Einsatz von Konverter wird allerdings die Abbildungsleistung geschmälert, und so konnte ich die Güte des Objektivs in diesem Bereich nie voll ausschöpfen. Anders sieht es im Bereich der sogenannten Available-Light-Fotografie aus, also dort, wo mit wenig Licht gute Ergebnisse erzielt werden müssen. So konnte ich mit dem Objektiv Hallensportarten fast ohne Einschränkungen ohne Blitz und mit kürzesten Verschlusszeiten fotografieren. In Verbindung mit einer D3 oder D3S ist in der Halle und bei Kunstlicht auch ohne Blitz fast alles möglich. Trotz all des Lobes habe ich diese Superlinse wieder verkauft, weil ich ja hauptsächlich Flugzeuge fotografiere und für diese Art der Fotografie war die Brennweite einfach zu gering.

    Nikkor AF-S 300mm f/4D IF-ED
    Schon bei Offenblende ist das Objektiv sowohl im DX- wie im FX-Format sehr gut. Abblenden bringt natürlich noch eine Verbessung im Kontrastverhalten. Die Schärfe ist hervorragend. Das Objektiv ist wertig verarbeitet. Der Autofokus ist angenehm schnell. Zudem lässt sich der Autofokusbereich auch limitieren, was die Leistung des AF natürlich weiter verbessert. Das Einzige, was dem Objektiv fehlt, ist ein Bildstabilisator. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist super! Tauglich ist das Objektiv in Kombination mit dem Telekonverter TC-14E II, mit welchem auch der Autofokus noch gut funktioniert. Der TC-17E II kann auch verwendet werden, allerdings wird dann der Einsatz des Autofokus' zur Glückssache.

    Solodisplays können vor allem mit DX-Kameras gut fotografiert werden. Bei kleinen Flugzeugen, zum Beispiel beim Motorkunstflug, ist die Brennweite allerdings zu kurz. Hier kann durch den Einsatz des TC-14E II eine grössere Reichweite erzielt werden. (DX-Format: 300mm x 1.4 x 1.5= 630mm).

    Nikkor AF-S VR 300mm f/2.8G IF-ED II
    Schon bei Offenblende ist das Objektiv sowohl im DX- wie im FX-Format hervorragend. Abblenden bringt natürlich noch eine Verbessung im Kontrastverhalten. Die Schärfe ist hervorragend. Das Objektiv ist sehr wertig verarbeitet. Der Autofokus ist sehr schnell. Zudem kann der Autofokus auf eine vorgewählte Distanz voreingestellt werden und an den Tasten im vorderen Bereich des Objektivs kann diese Voreinstellung abgerufen werden. Durch den eingebauten Bildstabilisator kann das Objektiv auch gut freihändig eingesetzt werden. Tauglich ist das Objektiv in Kombination mit den Telekonvertern TC-14E II, TC-17E II und TC-20E II u. III. Es sollte allerdings berücksichtigt werden, dass durch den Einsatz eines Telekonverters nicht nur die Brennweite verlängert, sondern auch die Lichtstärke gleichzeitig reduziert wird. Diese beiden Effekte haben einen direkten Einfluss auf die Schärfe und Brillanz der Bilder, muss doch beim Einsatz eines Telekonverters meist die Empflindlichkeit des Sensors (ISO) nach oben geschraubt werden.

    Solodisplays können vor allem mit DX-Kameras gut fotografiert werden. Bei kleinen Flugzeugen, zum Beispiel beim Motorkunstflug, ist die Brennweite allerdings zu kurz. Durch den Einsatz der kompletten Palette der vorhandenen Telekonverter können verschiedene Brennweiten erzielt werden. So wird mit dem 2-fach Konverter eine rechnerische Brennweite von 900mm bei Blende 5.6 erreicht. (DX-Format: 300mm x 2 x 1.5= 900mm).

    Nikkor AF-S VR 500mm f/4 ED-IF II
    Schon bei Offenblende ist das Objektiv im DX-Format hervorragend. Abblenden bringt natürlich noch eine Verbessung im Kontrastverhalten. Die Schärfe ist hervorragend. Das Objektiv ist sehr wertig verarbeitet. Der Autofokus ist sehr schnell. Zudem kann der Autofokus auf eine vorgewählte Distanz voreingestellt werden und an den Tasten im vorderen Bereich des Objektivs kann diese Voreinstellung rasch abgerufen werden. Durch den eingebauten Bildstabilisator kann das Objektiv auch mit Einschränkungen freihändig eingesetzt werden. Sehr langes Mitziehen wird allerdings zur Kraftprobe, und wenn man den ganzen Tag mit diesem Objektiv fotografiert, sind die Bilder, welche am Ende des Tages geschossen wurden, meist weniger scharf, weil verwackelt. Wird das Muskelzittern zu gross, nützt auch der beste Bildstabilisator nichts mehr! Tauglich ist das Objektiv in Kombination mit den Telekonvertern TC-14E II und TC-17E II und TC-20E II u. III. Es sollte allerdings berücksichtigt werden, dass durch den Einsatz eines Telekonverters nicht nur die Brennweite verlängert, sondern auch die Lichtstärke gleichzeitig reduziert wird. Diese beiden Effekte haben einen direkten Einfluss auf die Schärfe und Brillanz der Bilder, muss doch beim Einsatz eines Telekonverters meist die Empflindlichkeit des Sensors (ISO) nach oben geschraubt werden.

    Solodisplays können vor allem mit DX-Kameras hervorragend fotografiert werden. Der Einsatz von Telekonvertern ist bei Airshows kaum nötig, somit kann das ganze Potenzial des Objektivs abgerufen werden. Wer allerdings Formationsflüge von Kunstflugstaffeln fotografieren möchte, braucht unbedingt noch ein zweites Objektiv mit geringerer Brennweite.

    Sigma 50-500mm f/4,5-6,3 DG OS HSM
    Bei Offenblende ist das Objektiv im DX-Format gut. Im FX-Format ist eine Randabschattung zu bemerken. Die Schärfe ist über den ganzen Brennweitenbereich gut. Das Objektiv ist wertig verarbeitet. Der Autofokus (OS) ist dank Ultraschallmotor (HSM) angenehm schnell. Durch den eingebauten Bildstabilisator kann das Objektiv ohne Probleme freihändig eingesetzt werden. Allerdings muss am FX-Format abgeblendet werden, um die Vignettierung zu reduzieren. Bei der schon begrenzten Lichtstärke des Objektivs ist dies für die Airshowfotografie von grosser Bedeutung. Bei Blende 8 erzielt man nur bei Sonnenschein eine Verschlusszeit, die Bilder ohne Verwacklung garantiert. Der Einsatz dieses Objektivs ist also vor allem mit Kameras zu empfehlen, die auch bei hohen ISO-Einstellungen bis ISO 1600 noch rauschfreie Bilder liefern. Ich verwende das Sigma-Objektiv darum hauptsächlich zusammen mit einer rauscharmen Nikon-Kamera mit FX-Sensor.

    Solodisplays können mit DX-Kameras hervorragend, mit FX-Kameras gut fotografiert werden. Durch den grossen Brennweitenbereich können auch Vorbeiflüge von grossen Formationen sowie Splits gut fotografiert werden. Das Objektiv kann für die Airshowfotografie mit den obenerwähnten Einschränkungen empfohlen werden.

    Nikkor AF-S VR 80-400mm f/4.5-5.6 G ED
    Das neuste Telezoom von Nikon ist wertig verarbeitet und sehr kompakt gebaut. Das Objektiv ist mit Ultraschallmotor und auch mit einem Bildstablisator ausgerüstet. Die Abbildungsleistung am Vollformat (FX) ist sehr gut. Schon bei Offenblende ist die Bildqualität sehr gut, wird durch Abblenden noch verbessert. Durch das geringe Gewicht kann das Objektiv ohne Probleme freihändig eingesetzt werden. Auch am langen Ende hat das Objektiv noch eine gute Bildqualität, allerdings nimmt diese, wie bei Telezooms üblich, gegen das lange Ende (400mm) leicht ab.

    Solodisplays können vor allem mit DX-Kameras gut fotografiert werden, mit FX-Kameras ist man nicht immer genug nah dran. Allerdings kann das Objektiv mit den Telekonvertern TC-14E II und TC-14E III kombiniert werden. Diese Kombination habe ich bis jetzt allerdings nie ausprobiert und kann daher die Qualtität nicht beurteilen. Durch den grossen Brennweitenbereich können auch Vorbeiflüge von grossen Formationen sowie Splits gut fotografiert werden. Das Objektiv kann für die Airshowfotografie empfohlen werden.

    Tamron SP 150-600mm f/5-6.3 Di VC USD
    Bisher habe ich das Objektiv erst zwei Mal bei einem aviatischen Anlass eingesetzt. Mit der aktuellen APS-C-Kamera welche ich im Moment verwende entsprechen die 150 mm Anfangsbrennweite bereits 225 mm Brennweite. Zum Teil ist man so schon zu nah am Motiv, besonders bei Formationsflügen. Allerdings sind die so erreichbaren 900 mm ohne Telekonverter auch sehr beachtenswert. Beim Mitziehen mit Verschlusszeiten zwischen 1/320 bis 1/500 bei Motorflugzeugen ist die Anzahl an unscharfen Fotos recht gross, unabhängig davon, ob der Bildstabilisator aktiv ist oder nicht. Ansonsten ist die Schärfeleistung des Objektivs gut, der Autofokus ist schnell, der Bildstabilisator braucht eine Weile, um das Sucherbild auch wirklich zu stablisieren. Bei 600 mm wirken die Bilder ein wenig weich, wohl auch weil der Kontrast bei dieser Brennweite nicht mehr optimal ist. Ansonsten ist das Tamron eine gute Wahl vor allem bei gutem Licht.

    Korrekte Belichtung
    Die richtige Belichtung von Flugzeugen am Himmel scheint einem Laien einfach, ist es in Tat und Wahrheit leider nicht. Auch wenn eigentlich keine Gegenlichtsituation herrscht, tritt sowohl bei bedecktem wie klarem Himmel eine Gegenlichtsituation auf. Um dieses Problem zu lösen, kann entweder mit der Spotbelichtung gearbeitet werden oder mit der manuellen Belichtungskorrektur. Die praktikablere der beiden Methoden ist sicherlich die manuelle Belichtungskorrektur, weil diese unabhängig von der Bildkomposition funktioniert. Bei der Spotbelichtung ist es hingegen unabdingbar, dass sich das Flugobjekt mittig im Sucher befindet, was zum Beispiel bei der Aufnahme von mehreren Flugzeugen kaum möglich ist. Ist man in der glücklichen Lage und verfügt über eine Brennweite, die es einem erlaubt, das Flugzeug formatfüllend abzubilden, ist eine Belichtungskorrektur meist nicht mehr vonnöten, weil dann der Einfluss des Himmels bei der Belichtung in den Hintergrund tritt.

    Verschlusszeiten
    Eine einfache Faustregel in der Fotografie besagt, dass die Verschlusszeit dem Kehrwert der Brennweite entsprechen sollte, um Verwacklungen zu vermeiden. Bei einer Brennweite von 300 mm sollte die Verschlusszeit also mindestens 1/300 Sekunde betragen. Bei propellergetriebenen Flugzeugen friert eine kurze Verschlusszeit die Bewegung des Flugzeuges ein und auch die des Propellers. Die Dynamik des Motivs kommt so beim Betrachter nicht an! Um dies zu vermeiden, muss die Verschlusszeit verlängert werden.

    Verschlusszeiten für fliegende Objekte

    Verschlusszeit Jet So kurz als möglich
    Verschlusszeit Propellerflugzeug 1/250 bis 1/400 s
    Verschlusszeit Hubschrauber 1/100 bis 1/200 s

    Stative
    Die längeren Verschlusszeiten erhöhen die Gefahr von Verwacklungen. Diese Verwacklungen lassen sich durch die Verwendung eines Dreibeinstativs (Tripod) reduzieren. Dieses hat jedoch mehrere Nachteile. Oftmals fehlt der notwendige Platz und die entsprechende Bewegungsfreiheit, um das Stativ vernünftig nutzen zu können. Sollte allerdings genügend Platz vorhandensein, empfehle ich einen sogenannten "Gimbal-Head" Stativkopf. Dieser ermöglicht es dem Fotografen, sich schnell bewegende Objekte sowohl in der Horizontalen als auch in der Vertikalen zu verfolgen. Bei grossem Zuschaueraufkommen und wenig Platz ist ein Einbeinstativ (Monopod) praxistauglicher, weil mit diesem Stativ Standortwechsel relativ schnell bewältigt werden können. Doch auch das Einbeinstativ verursacht bei grossen Winkeln über dem Horizont Probleme. Vor allem wenn Flugzeuge Loopings, Fassrollen oder generell Figuren in der Vertikalen fliegen, sind Stative nur eingeschränkt und mit dem richtigen Stativkopf zu gebrauchen. Für Fotos von Flugzeugen, die einfache Überflüge vollziehen, ist ein Einbeinstativ eine gute Wahl. Ebenso für Fotos von Flugzeugen, die sich auf der Piste bewegen.

    Mitzieher
    Der sogenannte Mitzieher bietet sich als Alternative zum Stativ an. Verfolgt man ein Flugzeug schon weit vor dem eigentlich gewünschten Auslösezeitpunkt, so sorgt die gleichmäßige, mitziehende Bewegung für eine Stabilisation der Kamera. Zudem erzeugt diese Bewegung bei längeren Verschlusszeiten den typischen Mitzieheffekt. Der Hintergrund verwischt, während das Motiv selbst scharf abgebildet wird.

    Bildstabilisator
    Ebenfalls hilfreich ist der in der letzten Zeit immer häufiger anzutreffende Bildstabilisator. Er bietet eine praxistaugliche Hilfe gegen das Verwackeln. Bei der Einstellung sollte jedoch gerade für Mitzieher darauf geachtet werden, dass die horizontale Stabilisation ausgeschaltet werden kann und nur die vertikale Stabilisation aktiviert ist, um so Unschärfe aufgrund des Versuchs, die Mitziehbewegung zu kompensieren, zu vermeiden. Bei Nikkor-Objektiven mit Vibration Reduction (VR) ist die Einstellung 'normal' zu wählen.

  • Martin Mannarella, CH-3110 Münsingen, Schweiz
    "Spring ab Blau zwei" von Leif Hamre, ein Buchgeschenk zum Geburtstag im Jahre 1976 war der Trigger für mein leidenschaftliches Interesse an der Luft- und Raumfahrt. Von da an zieht sich diese Leidenschaft wie in roter Faden durch mein Leben. Mein erster Airshowbesuch war Sitten 1982, danach folgte auch regelmässig Ramstein, bis 1988 ... Mittlerweile besuche ich hauptsächlich fliegerische Events in den USA, in der Schweiz, Grossbritannien, Frankreich und anderswo in Europa. Ich fliege seit rund fünf Jahren auch selber als Privatpilot.

    Airshowfotografie
    Hauptsächlich fotografiere ich Airshows oder sonstige aviatische Anlässe. Auch Aviatikmuseen dokumentiere ich mit der Kamera.

    Meine gegenwärtige Kameraausrüstung besteht aus:
    Canon 7D Mk II
    Canon Powershot G3X

    Meine Objektive sind ebenfalls alle von Canon:
    EF 100-400mm f/4.5-5.6L IS II USM Telezoom
    EF 1.4x Extender III

    7D Mk II mit EF 100-400mm f/4.5-5.6L IS II USM Telezoom
    Aktuell setze ich die 7D Mk II mit dem 100-400mm für Luftaufnahmen bei Airshows ein. Die Kamera besitzt einen 20-Megapixel APS-C Sensor (Crop-Faktor 1.6). Das 100-400mm Telezoom ist gut geeignet für die Airshowfotografie. Die Verarbeitung und die Optik sind von hervorragender Qualität. Der Zoombereich in Kombination mit dem Crop des APS-C Sensors genügt bei Luftaufnahmen vollkommen. Im Vergleich zu den grossen Weissen von Canon ist es relativ leicht und kompakt, was nicht nur auf Reisen, sondern auch auf den Airshows selbst von Vorteil ist. Das Gewicht schleppt man nämlich den ganzen Tag auf den Airshows mit sich rum. Dank der kompakten Konzeption lässt es sich zudem auch gut mitten im Publikum verwenden, ohne dass man dem Nachbar gleich mit dem Tele beim Schwenken die Sicht wegnimmt. Die vergleichsweise etwas kleinere maximale Blendenöffnung ist bei Luftaufnahmen kein Problem, denn Licht ist meistens ja genug da. Den Bildstabilisierungsmodus habe ich auf 3 gesetzt.

    7D Mk II mit EF 100-400mm f/4.5-5.6L IS II USM Telezoom und mit EF 1.4x Extender III
    Bei der 7D Mk II funktioniert der Autofokus auch mit dem Extender. Dann ist aber nur noch der mittlere Autofokus-Messpunkt aktiv. Bei anderen Kameramodellen ist nur noch eine manuelle Scharfeinstellung möglich. Ich habe mit dem Autofokus, mit und ohne Extender, bei guten und schlechten Lichtverhältnissen, bisher keine signifikant schlechten Erfahrungen gemacht. Trotzdem will ich hier nicht verschweigen, dass der Autofokus bei schlechten Lichtverhältnissen, mit Extender, etwas Mühe hat. Vergleichsweise zum alten 100-400mm von Canon, in der gleichen Konfiguration, sind die Probleme wesentlich geringer.

    Den 1.4x Extender von Canon habe ich übrigens zwar immer mit dabei, aber benutzen tue ich ihn selten. Die atmosphärischen Einflüsse (flimmern der Luft) beeinträchtigen die Bildqualität doch oft sehr stark, sodass ein Telebereich von über 500mm selten Sinn macht. Sehr stark ist der Fata Morgana Effekt an heissen Tagen über der Piste, aber auch in grösseren Höhen kann das Flimmern noch durch das Tele verstärkt werden und das Bild zunichte machen. Andererseits kann das natürlich auch nette Effekte erzeugen, ist aber meistens eben doch nicht erwünscht.

    Powershot G3X
    Diese Kamera besitzt ein fest eingebautes Telezoom mit einem Zoombereich von 24-600mm, auf Vollformat hochgerechnet. Sie ist mit einem 20 Megapixel 1" Sensor ausgerüstet. Die Kamera ist trotz des Zooms immer noch relativ handlich und ich benutze sie primär für das Static Display bei Airshows und in Museen. Zudem dient sie mir auch als Notlösung für Luftaufnahmen, sollte die 7D mal ausfallen. Zugegeben, für Luftaufnahmen ist die Kamera nur beschränkt geeignet. Der EFV-Zusatz ist dazu nicht gerade ideal, da nach dem Auslösen das Bild im Viewfinder für eine kurze Zeit einfriert. In dieser Zeit bewegt sich das Motiv aus dem Bildbereich. Eine Nachführung wird da zum best Guess. Im Notfall kann man damit aber immerhin trotzdem noch ein paar Luftbilder mit nach Hause nehmen. Die Bildqualität beurteile ich als gut und für die Publikation auf dem Internet absolut brauchbar, ohne dass ich diesen Aspekt jetzt wissenschaftlich genau analysiert habe. Für das Static ist die Kamera ideal. Der grosse Zoombereich und das kippbare Display sind da wirklich viel wert. Das Rauschverhalten des Sensors, bei Aufnahmen auch in eher dunklen Museen ist vernachlässigbar, nichts was sich mit einem guten Fotobearbeitungstool nicht korrigieren liesse.

    Belichtungsmessung und Verschlusszeiten
    Ich konfiguriere meine Kamera meistens auf mittenbetonte Belichtungsmessung. Spotmessung ist für Luftaufnahmen meistens untauglich, ausser vielleicht bei bildfüllenden Motiven. Beim Fotografieren des Static Display hingegen ist die Spotmessung, etwa bei schwierigen Lichtverhältnissen, oft durchaus eine taugliche Konfiguration.

    Jets fotofgrafiere ich mit einer Verschlusszeit von 1/500 und kürzer, Props mit 1/500 und länger. Der Bildstabilisator ist wirklich gut. Mit der Linse lassen sich gestochen scharfe Bilder auch noch mit 1/60 Verschlusszeit, von Hand nachgeführt, schiessen. Allerdings ist dann eine Bildserie notwendig.

    Einsatz von Stativen
    Ich verwende bei meiner Fotografie keine Stative. Ich schiesse die Bilder freihändig. Es gibt verschiedene Gründe dafür. Der Nutzen des zusätzlichen Gewichts ist mir zu gering. Das Einsatzgebiet bei der Airshowfotografie für Stative sehe ich für sehr wenige Anwendungsfälle als zwingend. Die Beweglichkeit wird dadurch eher behindert. Beweglichkeit beim Verfolgen der Flugzeuge ist aber häufig absolut vorrangig. Beim Fotografieren vom Static Display habe ich schon Fotografen beobachtet, die dafür ein Stativ benutzen. Auch da ergibt sich für mich kein Vorteil gegenüber dem freihändigen Fotografieren. Insgesamt beobachte ich auf Airshows überhaupt selten den Einsatz von Stativen, auch nicht bei den Pressefotografen.

    Bildbearbeitung und Verwaltung
    Die Bildbearbeitung mache ich praktisch ausschliesslich mit Adobe Lightroom. Das heisst jetzt nicht, dass ich ein Fan von Adobe bin. Deren aggressive Vendor-Lock-In Strategie in Sachen Creative-Cloud findet bei mir keine Begeisterung. Keine Frage, Lightroom ist ein sehr starkes Fotobearbeitungsprogramm, aber für mich ergibt die erzwungene Verbindung mit der Creative Cloud (CC) absolut keinen Nutzen. Im Gegenteil empfinde ich es eher als eine Nötigung, vor allem, wenn man die Software gekauft hat und dann zu deren Benutzung trotzdem gezwungen ist, ein Konto auf der CC zu haben. Treibt Adobe dieses Spielchen noch weiter in Zukunft, werde ich Alternativen prüfen, denn monatliche Nutzungsgebühren sind für mich keine Option. Ein alternativer Kandidat ist Capture One. Capture One oder C1 ist etwa vergleichbar mit Lightroom, aber deren Angebot ist für meinen Geschmack etwas kundenfreundlicher gestaltet.

    Für Linux gibt es Darktable. Darktable ist Open Source. Ich kenne das Programm nicht und kann daher nicht viel dazu sagen.

    In ganz seltenen Fällen benutze ich auch den GIMP, ein Open Source Bildbearbeitungs-Werkzeug. GIMP ist in etwa das Gegenstück zum Photoshop. Ebenso anspruchsvoll und nicht intuitiv ist dessen Bedienung. Eine gewisse Einarbeitungszeit ist daher erforderlich.

    Fototasche
    Meine Kameraausrüstung ist auf Reisen immer bei mir als Handgepäck mit dabei. Die Ausrüstung wird niemals als Flightgepäck aufgegeben. Angesichts der brutalen Behandlung von Reisekoffern im Flugverkehr, sollte jedem klar sein warum. Nun ist es aber so, dass das Handgepäck im Gewicht und Volumen Beschränkungen unterliegt. Zu aller Widrigkeit handhabt jede Fluggesellschaft diese Beschränkungen unterschiedlich. Na ja, warum einfach und kundenfreundlich, wenn es kompliziert auch geht. Wie sieht also die optimale Tasche für die Ausrüstung aus?

    Mit dem Backpack "Airport Essentials" von ThinkTank habe ich bislang für mich die beste Lösung gefunden. Der Backpack ist leicht und bietet trotz kompakter Grösse genug Platz für meine Kameraausrüstung, inklusive allem Zubehör. Früher benutzte ich einen Lowe Pro Vertex 200. Der war zwar auch gut, aber um fast 2kg schwerer und auch voluminöser bei vergleichbarem Platzangebot. Der Lowe Pro ist sicher robuster verarbeitet, daher auch sein grösseres Gewicht. Der ThinkTank ist etwas feiner verarbeitet, aber die Robustheit erfüllt meine Anforderungen beim Einsatz in der Airshowfotografie und bezüglich Verarbeitungsqualität steht er dem Lowe Pro in nichts nach. Eine Regenschutzhülle ist ebenfalls mit dabei und die Polsterung bietet einen genügend guten Schutz vor Stössen und Schlägen. Das Material ist auch resistent gegen Abnutzung. Der Tragkomfort ist aus meiner Sicht gut und die Tragriemen lassen sich wesentlich besser und platzsparender verstauen als beim Lowe Pro, den ich besass. Beispielsweise lässt er sich unter den Vordersitz problemlos verstauen, gerade bei den eher kleineren Regionalflugzeugen. Das war beim Lowe Pro dann oft schon ein Problem.